{"id":6917,"date":"2016-10-31T10:19:19","date_gmt":"2016-10-31T10:19:19","guid":{"rendered":"http:\/\/tanz-bruecke.de\/ja\/?p=6917"},"modified":"2017-10-29T20:10:47","modified_gmt":"2017-10-29T20:10:47","slug":"hamburger-sportbund-elena-dergatcheva-portrait-der-botschafterin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tanz-bruecke.de\/ja\/hamburger-sportbund-elena-dergatcheva-portrait-der-botschafterin\/","title":{"rendered":"HAMBURGER SPORTBUND: PORTRAIT DER BOTSCHAFTERIN"},"content":{"rendered":"<h2><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6919\" src=\"https:\/\/tanz-bruecke.de\/ja\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/tanzbruecke-14-300x273.jpg\" alt=\"tanzbruecke-14\" width=\"300\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/tanz-bruecke.de\/ja\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/tanzbruecke-14-300x273.jpg 300w, https:\/\/tanz-bruecke.de\/ja\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/tanzbruecke-14.jpg 572w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/h2>\n<p><strong>IN JEDES KIND WIRD VIEL INVESTIERT\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Text: Frank Heike<br \/>\nFoto: Frank Molter<\/p>\n<p>http:\/\/www.hamburger-sportbund.de\/personen\/2639\/elena-dergatcheva<\/p>\n<p><strong>Elena Dergatcheva ist mit dem Verein Tanzbr\u00fccke Hamburg aufgewachsen und leitet l\u00e4ngst selbst Kindertanzkurse<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAyleen, du bist zu sp\u00e4t!\u201c Wirklich? Auf das unge\u00fcbte Auge wirken ihre Bewegungen im Einklang, und Ayleen tanzt ebenso gut wie die anderen M\u00e4dchen. Scheinbar. Elena Dergatcheva sieht das anders. Sie muss das anders sehen \u2013 strenger. Denn auch diese Gruppe Erst- und Zweitkl\u00e4sslerinnen m\u00f6chte irgendwann auf die gro\u00dfe B\u00fchne. Also m\u00fcssen sie \u00fcben. Viel \u00fcben. Und Korrekturen hinnehmen.<\/p>\n<p>\u201eSie sind alle konzentriert\u201c, sagt Elena \u00fcber die acht Jahre alten M\u00e4dchen, die sie an diesem sch\u00f6nen Sp\u00e4tsommerabend bei ge\u00f6ffnetem Fenster trainiert, \u201eaber wie gut sie gerade sind, h\u00e4ngt davon ab, ob sie gut gelaunt sind.\u201c Deswegen muss sie manchmal eingreifen und vor allem die Synchronit\u00e4t der Bewegungen jeder Einzelnen und das Zusammenspiel der Tanzgruppe im Blick haben. Das Problem dabei: Wenn Elena etwas vormacht, sieht das spielerisch-leicht aus. Wenn die M\u00e4dchen es nachmachen sollen, bemerken sie, dass \u2013 wie in allen Sportarten \u2013 das Leichte in Wirklichkeit das Schwere ist. Man kann das weiterdrehen, und bekommt den Nachweis daf\u00fcr, wenn man mit der 26 Jahre alten Elena und ihrer 51 Jahre alten Mutter Natalia bei Tee und Keksen im Raum St. Petersburg zusammensitzt (an der hinteren Wand h\u00e4ngt eine gro\u00dfe geographische Karte Russlands, denn dieser Raum ist in Wirklichkeit ein Klassenzimmer): Wer ist die bessere T\u00e4nzerin, Elena? \u201eMama ist einfach besser\u201c, antwortet Elena und ignoriert die h\u00f6flichen Einw\u00e4nde ihrer Mutter. Wahrscheinlich wird Elena Dergatcheva das, was bei ihrer Mutter im Tanzen leicht aussieht, auch schwer vorkommen \u2013 insofern ist sie die perfekte Lehrerin f\u00fcr den Verein Tanzbr\u00fccke Hamburg, den es seit 19 Jahren gibt.<\/p>\n<p>Elena ist mehr als \u201enur\u201c Tanzlehrerin. Sie studiert an der Hafencity-Universit\u00e4t Stadtplanung und engagiert sich seit zwei Jahren als Botschafterin des Sports bei der Tanzbr\u00fccke. Sie hat die Ausbildung zur Multiplikatorin beim HSB durchlaufen und k\u00fcmmert sich nun um die Vernetzungsarbeit des Vereins. Nat\u00fcrlich tritt sie auch selbst als T\u00e4nzerin auf.<\/p>\n<p>Die Tanzbr\u00fccke ist ein multiethnischer Verein, der besonders viele seiner fast 200 Mitglieder aus der fr\u00fcheren GUS hat \u2013 Elenas Mutter Natalia stammt aus St. Petersburg. Elena ist dort geboren, als Sechsj\u00e4hrige nach Hamburg gezogen und mit dem st\u00e4ndig erweiterten Angebot des Vereins buchst\u00e4blich aufgewachsen: Sprachf\u00f6rderung, Kunstunterricht, Sport f\u00fcr Kinder, Sport f\u00fcr Erwachsene, Musik sowie Mathe- und Naturwissenschaftsunterricht bietet die Tanzbr\u00fccke an und ist in dieser Misch-Form aus Bildung und Bewegung in Hamburg einmalig.<\/p>\n<p>In \u201eIhren\u201c Kindern der jeweiligen Tanzklasse sieht Elena dabei etwas ganz Besonderes: \u201eHier bei uns wird in jedes Kind sehr viel investiert\u201c, sagt sie, \u201ewir k\u00e4mpfen f\u00fcr jedes Kind und seine Chancen. Wir holen im Training alles raus.\u201c Niveauunterschiede findet Elena Dergatcheva nicht schlimm, sondern normal. Bereichernd ist neuerdings die Arbeit mit Fl\u00fcchtlingen. \u201eWir haben sehr viele Migranten, jetzt kommen eben auch Fl\u00fcchtlinge hinzu\u201c, sagt sie. In den Unterk\u00fcnften im Wiesendamm und in der Stra\u00dfburger Stra\u00dfe\/Krausestra\u00dfe hat Elena f\u00fcr das Angebot der Tanzbr\u00fccke geworben. Bei den kleinen T\u00e4nzern und im Selbstverteidigungskurs sind einige geflohene Kinder dabei. \u201eSie f\u00fchlen sich bei uns wohl, das merkt man\u201c, sagt Elena. Geholfen hat auch Mundpropaganda. Bei den Erwachsenen stockt es noch. Obwohl Elena die Unterk\u00fcnfte schon drei-, viermal aufgesucht hat. Dabei sind die Kurse unentgeltlich, und die Mitglieder der Tanzbr\u00fccke holen die potentiellen Teilnehmer aus den Unterk\u00fcnften ab. Entmutigen lassen sich Elena und ihre Mutter davon nicht. Sie haben auch so genug zu tun, viele Ziele und Vorhaben. \u201eDie Fl\u00fcchtlinge von vor 20 Jahren sind jetzt Deutsche\u201c, sagt Elena, die in Eidelstedt wohnt.<\/p>\n<p>Der t\u00e4nzerische Ansatz des Vereins beginnt schon sehr fr\u00fch. \u201eMit der Mini-Tanzbr\u00fccke sprechen wir Kinder an, die noch gar nicht zur Schule gehen\u201c, erkl\u00e4rt Elena. \u201eDie Nachfrage ist sehr, sehr gro\u00df. Wir \u00fcberfordern die Kinder dabei nicht. Jede Stunde dauert 30 bis 40 Minuten und ist sehr spielerisch.\u201c Wenn ihre Ansage lautet: \u201eWir gehen wie ein B\u00e4r\u201c, kann selbst eine Dreij\u00e4hrige etwas damit anfangen.<\/p>\n<p>Aus ganz Hamburg, dem s\u00fcdlichen Schleswig-Holstein und dem n\u00f6rdlichen Niedersachsen kommen kleine T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer, bis zu 70 Kilometer weit fahren sie (eine Strecke), um mit Elena und den anderen Tanzlehrern der Tanzbr\u00fccke zu trainieren.<\/p>\n<p>Wenn sie beim Familienbesuch in St. Petersburg von ihrer Arbeit f\u00fcr die Tanzbr\u00fccke erz\u00e4hlt, erntet Elena meist staunende Blicke: \u201eDie meisten k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, was wir hier machen.\u201c Dann erz\u00e4hlt Elena gern die Geschichte, wie der Zusammenhalt in der Tanzbr\u00fccke \u00fcber die Kinder w\u00e4chst: \u201eWenn die Kinder hier zum Unterricht kommen, wollen die Eltern auch etwas machen. Also haben wir auch Angebote f\u00fcr die Eltern wie Ballett und Bauchtanz entwickelt.\u201c Dass die Tanzbr\u00fccke dabei auch ein St\u00fcck deutsch-russische V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ist, versteht sich f\u00fcr Elena und Natalia Dergatcheva von selbst.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in ihrer Trainingsgruppe der Sieben- bis Achtj\u00e4hrigen, ist Elena Dergatcheva nicht streng, aber so zielstrebig, wie es sich als Trainerin geh\u00f6rt, haben die M\u00e4dchen doch ein gewisses Tanzniveau und schon einige Auftritte hinter sich. \u201eMit welcher Seite haken wir uns ein?\u201c, fragt sie in die Gruppe. Die meisten wissen es, trocken. Wenn es dann aber losgeht mit Musik, machen es andere doch wieder falsch. Elena l\u00e4chelt: \u201eGeht mal einen Schluck trinken!\u201c, ruft sie der Gruppe zu. In f\u00fcnf Minuten ist die Stunde zu Ende. Da l\u00e4sst die Konzentration eben nach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IN JEDES KIND WIRD VIEL INVESTIERT\u00a0 Text: Frank Heike Foto: Frank Molter http:\/\/www.hamburger-sportbund.de\/personen\/2639\/elena-dergatcheva Elena Dergatcheva ist mit dem Verein Tanzbr\u00fccke Hamburg aufgewachsen und leitet l\u00e4ngst selbst Kindertanzkurse \u201eAyleen, du bist zu sp\u00e4t!\u201c Wirklich? Auf das unge\u00fcbte Auge wirken ihre Bewegungen im Einklang, und Ayleen tanzt ebenso gut wie die anderen M\u00e4dchen. Scheinbar. 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